Den wenigsten bereitet es Freude, dennoch gehört es zur Bewerbung einfach dazu: die Erstellung des Lebenslaufs. Zahlreiche Mythen ranken sich um das Papier, dass Deine berufliche Karriere auf wenigen Seiten zusammenfasst. Wie lang sollte ein Lebenslauf im Optimalfall sein? Worin besteht der Unterschied zum Resumé? Wie kann ich mich mit Hilfe des Lebenslaufs vom Bewerberfeld abheben?

An dieser Stelle gibt es zwei Möglichkeiten: entweder Du tauchst selbst in die Materie ein oder Du fragst einen Fachmann. Ich wählte Option 2 und sprach mit Till Tauber. Seit vielen Jahren unterstützt er mit seinem Unternehmen aufsteigende Bewerber in der Erstellung ihres Lebenslaufs. Nachfolgend meine Lessons Learned aus dem CV Check mit dem Lebenslaufexperten.

Der richtige Lebenslauf für Consultants

Bereits Anfang Februar 2018 hatte ich Till Tauber zu Gast als Interviewpartner. Wir sprachen über den Bewerbungsprozess, gute Stellenbeschreibungen und kuriose Jobkandidaten. Das Gespräch mit Till Tauber fand ich sehr bereichernd und so lud ich den Bewerbungsexperten erneut zu einem fachlichen Austausch ein. Im Fokus dieses Mal: der tabellarische Lebenslauf. Nachfolgend meine 10 Lektionen aus dem Gespräch mit dem Bewerbungsschreiber.

Lektion 1: Deutsche verwenden entweder Lebenslauf oder CV

Tabellarischer Lebenslauf, Curriculum Vitae, CV, Resume – schnell komme ich bei den vielen Begriffen durcheinander. Worin besteht der Unterschied? Und was nutzen wir in Deutschland? Ich bitte Till – den Lebenslauf-Experten – für Klarheit zu sorgen.

„Beim tabellarischen Lebenslauf handelt es sich um die übliche Form eines Lebenslaufes, wie Du ihn in Deutschland kennst. Dieser ist antichronologisch und beinhaltet Stichpunkte, um einzelne Stationen zu beschrieben.“ beginnt Till und fügt an: „Im britischen Sprachraum spricht man von einem Curriculum Vitae (CV), was hier auch der gängige Begriff für Lebensläufe von Führungskräften und Akademikern ist. Die US-Amerikaner hingegen nutzen den Begriff Resume oder Resumé. Dieses Dokument enthält in den meisten Fällen keine persönlichen Angaben und auch keine Fotoaufnahme.“.

Alles klar, verstanden. Mit allen drei Dokumente verfolgst Du als Bewerber den gleichen Zweck, nämlich dem Recruiter rasch einen guten Überblick über Dich zu verschaffen. Unterm Strich halte ich für diese erste Lektion fest:

> In Deutschland sprechen wir von einem tabellarischen Lebenslauf. In der Wissenschaft und bei Führungspositionen nutzen wir zunehmend den Begriff CV, manchmal auch das Vollwort Curriculum Vitae.

Lektion 2: Der Lebenslauf bleibt auch in digitalen Zeiten Pflicht

Regelmäßig aktualisiere ich meine Business Profile auf Web-Plattformen wie Xing und LinkedIn. Ist in digitalen Zeiten ein Lebenslaufdokument überhaupt noch Zeitgemäß? Und inwieweit vergleichen Recruiter den eingereichten CV mit den Angaben in Xing, LinkedIn oder anderen Ressourcen im Netz?

Mein CV-Lotse beginnt: „Der Lebenslauf ist in keiner Weise redundant geworden. Wirf einen Blick auf Xing oder LinkedIn – bei den Profilen handelt es sich ebenfalls um einen Lebenslauf. Du pflegst die Stationen zum beruflichen Werdegang, zum Studium oder zur Ausbildung sowie zur Weiterbildung ein und befüllst diese mit entsprechenden Daten. Dazu noch ein paar Informationen zu den Mitgliedschaften. Die Stärken von Xing und LinkedIn liegen klar im Bereich des Networkings.“.

Okay. Doch was ist mit der Konsistenz von CV und den Web-Plattformen? Auch hier hat Till die nötigen Hintergrundinfos.

„Einige Recruiter bzw. Headhunter schauen auf den Online Plattformen ganz gezielt nach geeigneten Bewerbern, andere nicht. Im Gegensatz dazu interessieren sich viele Recruiter für den privaten Auftritt zum Beispiel auf Facebook oder Instagram nur selten. Ungünstig ist es immer, wenn Du ein Xing-Profil in den Bewerbungsunterlagen angibst, dieses vor der Einreichung der Papier aber nicht auf den aktuellen Stand bringst.“.

Der Bewerbungsschreiber weiß noch mehr. Er fährt fort.

„Die E-Mail-Bewerbung bietet für die Personalentscheider einen Vorteil: Er oder sie kann direkt überprüfen, inwieweit ein Bewerber zu einer professionellen Korrespondenz per E-Mail in der Lage ist. Ich stelle nicht selten fest, dass viele Bewerber leider auch im Bewerbungskontext in einen WhatsApp-Stil verfallen und eine sehr ungeschickte Kommunikation offenbaren. Darum: der Lebenslauf in Kombination mit dem Anschreiben haben trotz Xing und LinkedIn noch lange nicht ausgedient.“.

Gut zu Wissen. Ich halte meine zweite Erkenntnis fest:

> Die digitalen Profile in den sozialen Netzwerken beeinflussen nur bedingt den bewährten Bewerbungsprozess von Beratungen. Auch zukünftig werden Bewerber einen Lebenslauf schreiben (müssen).

Lektion 3: Lebenslauf und Anschreiben sind gleichwichtig

Alles klar, soweit so gut. Nur ist der Lebenslauf immer nur die halbe Miete. Zu einer Bewerbung gehört in der Regel auch ein Anschreiben. Vom Bewerbungsschreiber möchte ich wissen, auf welches der beiden Dokumente ich mein Hauptaugenmerk legen sollte.

„Aus meiner Sicht solltest Du beide Dokumente sorgfältig erstellen. Ein Lebenslauf allein kann zwar einen guten Ersteindruck erzeugen, wenn das dazugehörige Anschreiben jedoch eine ganz andere Qualität aufweist, hast Du die ersten Pluspunkte direkt wieder verspielt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Bewerber eher Probleme mit dem Anschreiben als mit dem Lebenslauf haben.

Das Anschreiben kostet oftmals viel Zeit und es sollte zudem immer auf die jeweilige Stelle sowie dem dahinterstehenden Arbeitgeber ausgerichtet sein. Hast Du den Lebenslauf einmal erstellt, sind bei einer weiteren Bewerbung in der Regel weniger Anpassungen erforderlich als beim Anschreiben. Apropos: Um zu schauen, ob ein Bewerber überhaupt die formalen Kriterien erfüllt, scannen Recruiter zuerst Deinen Lebenslauf.“.

Wieder etwas gelernt. Ich halte meine dritte Lektion fest:

> Lebenslauf und Anschreiben sollten qualitativ ebenbürtig sein. Einmal angelegt, bereitet die Anpassung eines Anschreibens für eine Stelle deutlich mehr Arbeit als das Justieren des Lebenslaufes.

Lektion 4: Anschreiben und Lebenslauf dürfen Ecken und Kanten haben

Lebenslauf kommt vom ‚Lebens-Lauf‘, der Verlauf des eigenen Lebens. Ich möchte nun von Till in Erfahrung bringen, wie viel Persönlichkeit ich in meinem CV durchscheinen lassen kann. Gehören Angaben zu Hobbys, außerberufliches Engagement, Adresse eines Web-Blogs, etc. ebenfalls in die Unterlage?

„Die meisten Arbeitgeber wollen keine Roboter einstellen, sondern Menschen mit Ecken und Kanten, die zu ihrer Unternehmenskultur passen. Als Mr. Perfekt oder Mrs. Makellos hast Du eher einen Nachteil. Von allen Bewerbungsunterlagen eignet sich das Anschreiben am besten, um die eigene Persönlichkeit zu vermitteln. Dies liegt daran, dass Du ganze Sätze formulieren musst und auch von der Ausgestaltung recht frei agieren kannst.“.

Gut denke ich. Doch Till ist noch nicht fertig.

„Dein Lebenslauf eröffnet Dir natürlich ebenfalls die Möglichkeit, etwas von der eigenen Person preiszugeben. Recruiter können in der Gesamtheit sehr viel aus den Unterlagen lesen. Eine Kurzbeschreibung ist eine schöne Sache und passt gut in einen tabellarischen Lebenslauf oder auch auf ein Deckblatt, sofern Du ein solches für die Bewerbung verwendest. Mit den Hobbys solltest Du nicht übertreiben und Dich sowohl zahlenmäßig, als auch was die Extravaganz angeht, zurückhalten. Erneut gilt: einige Recruiter möchten etwas über Deine Freizeit lesen, andere nicht.

Außerberufliches Engagement ist hingegen absolut wichtig und gehört definitiv in Deinen Lebenslauf. Ein professionelles Foto im CV und eine händische Unterschrift im Anschreiben sind sowieso Pflicht. Einen Web-Blog würde ich nur dann im Lebenslauf angeben, wenn es einen konkreten Bezug zu Stelle gibt und dieser zugleich über die notwenige Professionalität verfügt.“.

Ich denke kurz über das Gesagte nach und bringe dann zu Papier:

> Lebenslauf und Anschreiben sollten beide eine persönliche Note tragen. Zu privat sollten die Inhalte aber nicht sein.

Lektion 5: Die Stellenbeschreibung variiert aufgreifen

Bisher habe ich meine Lebensläufe immer auf Basis der Stellenbeschreibungen optimiert. Wichtig dabei waren die Schlagworte. Daher: wenn die Personalabteilung ‚Projekterfahrung agil‘ sucht, dann notiere ich im Lebenslauf auch das Schlagworte ‚agil‘ bei meinem vergangenen Scrum-Projekt. War dies bisher die richtige Strategie? Offen für mich auch, bis zu welchem Grad ich Fachbegriffe, Buzzwords*, englische Bezeichnungen und Trendworte in meinem Lebenslauf aufnehmen sollte?

Auch hier hat Till mehre Antworten parat: „Ein Recruiter möchte niemals eine Kopie der Stellenausschreibung nahezu 1:1 im Lebenslauf oder im Anschreiben in ganzen Sätzen wiederfinden. Das einschlägige Vokabular kannst Du jedoch gut variieren und dazu rate ich auch jeden Bewerber. Doch Vorsicht: verwende ein bestimmtes Schlagwort nicht zu häufig im Lebenslauf. Mit abwechslungsreichen Begriffen und Stichpunkten liegst Du richtig, da Dein Lebenslauf dann nicht in Monotonie ausartet.“.

Spannend. Ich lasse Till seine Gedanken weiter ausführen.

„Fachbegriffe gehören ohne Frage in einen Lebenslauf, doch sollten diese in die Firmenkultur passen. Das ist der Punkt. Handelt es sich um seltenes Nischenwissen, dann nutzt Du allgemein verständliche Umschreibungen oder andere artverwandte Begriffe. Als Anhaltspunkt dient hier die Stellenanzeige, aber auch der Webauftritt der Beratung. Welche Fachbegriffe sind dort im Text enthalten und welche nicht? Englische Bezeichnungen nimmst Du insoweit in den Lebenslauf auf, inwieweit sie Beratungsbranche üblich sind. So spricht die deutschsprachige Welt heute eher von ‚IT‘ als von ‚EDV‘, eine Abkürzung bei der Recruiter direkt an die 1980er Jahren denken.“.

Geht klar, habe ich verinnerlicht. Lektion 5 lautet also:

> Im Lebenslauf Schlagworte aus der Stellenbeschreibung aufgreifen und kreativ variieren. Dabei branchenübliche und aktuelle Begriffe nutzen.

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Lektion 6: Ein 80/20 Mix aus Tätigkeiten und Ergebnissen

Von Unternehmensberatern wird unter anderem Flexibiltät, Belastbarkeit, analytische Schärfe, soziale Kompatibilität und insbesondere Ergebnisorientierung gefordert. Bisher trage ich diesen Anforderungen in meinem Lebenslauf nur bedingt Rechnung. Mit welchem Trick kann ich meinen Lebenslauf speziell für Beratungen optimieren? Und wie messbar sollten meine Resultate sein?

Till überlegt etwas und antwortet langsam: „Dein Lebenslauf ist bestens dafür geeignet, Angaben zu vergangenen Beratungsprojekterfolgen zu machen und einen Überblick über die bisherige Kundenstruktur zu geben. Wichtig dabei ist es, dass Du ein Mittelmaß zwischen Oberflächlichkeit und Details findest.“.

Und die Balance zwischen Resultaten vs. Aktivitäten? Till ergänzt.

„Bei Tätigkeiten vs. Ergebnisse macht es die Mischung. Wie jede Wirkung ihre Ursache hat, führt jede Tätigkeit auch zu Ergebnissen. Letzteres solltest Du mit Prozentzahlen im Lebenslauf angeben. Aber nicht jedes Ziel oder jedes Ergebnis lässt sich auch quantitativ messen. Beispielsweise lässt sich Reputation und Vertrauen nur schwer in Zahlen gießen.“. Mein Bewerbungslotse rät, bis zu 80 Prozent des Inhalts einer Station im Lebenslauf mit Tätigkeiten zu füllen und 20 Prozent mit Ergebnisbelegen und präzisiert: „Soweit möglich, solltest Du messbare Werte angeben.“.

Ebenfalls gut gehört zu haben denke ich und notiere:

> Ein guter Lebenslauf enthält eine gesunde Mischung aus Tätigkeiten und (messbaren) Ergebnissen.

Lektion 7: Inhalt, Struktur und Design unterstützen sich gegenseitig

Es geht ans Eingemachte. Renommierte Beratungen wie McKinsey, Roland Berger oder The Boston Consulting Group erreichen jährlich Tausende Bewerbungen. Wie kann ich da mit meinem bescheidenen CV positiv aus der Flut von Einsendungen herausstechen?

Till ist in seinem Element: „Positiv auffallen und Hängenbleiben ist das ultimative Ziel eines jeden Bewerbers. Am besten erreichst Du dies durch einen übersichtlichen, fehlerfreien und aussagekräftigen Lebenslauf. Dieser sollte nicht mehr als zwei DIN A4-Seiten umfassen und antichronologisch aufgebaut sein. Die Struktur ist dabei überaus wichtig. Sie gibt den roten Faden vor und lässt wichtige Informationen direkt erkennen. Der Recruiter muss in wenigen Sekunden alle Bewerberdaten sehen und keine offenen Fragen haben.“.

Und wenn ich die schicken Vorlagen verwende, die es heute überall im Internet zu kaufen gibt? Mein Bewerbungslotse schüttelt den Kopf.

„Leider glauben viele Bewerber noch, dass sie mit einem ganz auffälligen Design gute Erfolgschancen haben. Das kann ich nicht bestätigen. Ist das Design übertrieben schrill oder sehr verspielt, handelt es sich meist um eine reine Mogelpackung. Form ersetzt bei der Bewerbung nicht den Inhalt. Im Internet kannst Du viele Premiumvorlagen für die Bewerbung kaufen, die durch ein ganz besonderes Design hervorstechen. Damit lässt sich mit Sicherheit gut Geld verdienen, doch der Mehrwert für Dich als Bewerber ist fragwürdig. Ich kann Dir nur abraten, eigene Schwächen oder einen ungeeigneten Inhalt durch ein auffallendes Design kaschieren zu wollen. Das liest der Personaler sofort heraus.“.

Was rät Till stattdessen?

„Ein professioneller Lebenslauf ist durch ein schlichtes und zielführendes Design in Verbindung mit einem Inhalt, der alle relevanten Informationen kurz und knapp auf den Punkt bringt, gekennzeichnet. Design und der Inhalt sollten sich gegenseitig unterstützen und nicht versuchen, einander zu ersetzen. Achtseitige Lebensläufe in nicht enden wollendem Detailreichtum sind nicht gefragt. Zudem ist es sehr wichtig, den Lebenslauf immer in Kombination mit dem Anschreiben zu sehen. Beide Dokumente müssen eine abgerundete Einheit bilden.“.

Es gibt sie, die magische Formel für den Lebenslauf. Um sie nicht zu vergessen kritzle ich sie auf meinen Block:

> Die Zauberformel für einen herausragenden Lebenslauf lautet: zwei Seiten Inhalt, klare Struktur sowie ein angemessenes Design.

Lektion 8: Stichpunkte und professionelle Bewerberaufnahme

Jetzt hat es mich gefuchst und ich möchte noch etwas mehr über den Aufbau eines perfekten Lebenslaufs erfahren. Ich befrage Till zum Schriftstil, Datum- und Seitenzahlangaben, Bewerbungsfoto sowie der richtigen Notationsform. Gespannt lausche ich den Aussagen des Fachmanns.

Till: „Da ein schlichtes Design gefragt ist, kommt es auf einen stimmigen Gesamteindruck an. Einheitlichkeit, bei den Überschriften, den Unterpunkten, der Schriftart, etc. ist essenziell. Bei einem zweiseitigen Lebenslauf müssen Seitenzahlangaben nicht zwingend vorhanden sein. In Sachen Inhalt präferiere ich übrigens Stichpunkte. Diese werden dem Anspruch des Lebenslaufs, Informationen auf den Punkt zu bringen, eher gerecht als Fließtext. Ausformulierte Lebensläufe, in denen im Detail alles beschrieben wird, sind wenig gefragt.“.

Und das Foto? Was empfiehlt der CV-Experte hier?

„Ein professionelles Bewerbungsfoto, das für hohe Qualität steht, kann dabei helfen, dass ein Personaler seine Aufmerksamkeit auf Deinen Lebenslauf richtet. Ob Schwarz-weiß- oder in Farbfoto ist letztlich egal – Hauptsache, die Qualität ist stimmig und das Foto passt in die angestrebte Unternehmenskultur. Ein gelungenes Bewerbungsbild ist durch eine gute Ausleuchtung, passende Kontraste, einen Blick in die Richtung des Betrachters sowie eine hohe Aussagekraft gekennzeichnet. Du kannst es rund drei Jahre verwenden, sofern Du keine völlige Typveränderung durchlebst. Kopf- oder Oberkörperaufnahmen sind natürlich beide in Ordnung.“.

Kommen wir zu den formalen Angaben. Was ist da heute noch erforderlich?

„Ein Datum, den Ort sowie einer händischen (eingescannten) Unterschrift nebst Deinen vollen Namen solltest Du dann platzieren, wenn am Schluss im CV noch Platz ist. In den letzten Jahren haben diese Angaben an Bedeutung verloren. Es lohnt sich nicht, eine zweite Seite Lebenslauf zu erzeugen, die lediglich aus Ort, Datum und Unterschrift sowie Deinem Namen besteht. Lediglich im öffentlichen Dienst sind diese Elemente im Lebenslauf obligatorisch.“.

Ich halte auf meinem Block fest:

> Ein guter Lebenslauf ist in Stichpunkten verfasst und mit einem professionellen Foto versehen. Datum, Ort und Unterschrift sind heute nicht mehr zwingend notwendig.

Lektion 9: Ein Masterdokument mit allen Lebenslaufstationen

Ich nutze ein sogenanntes Masterdokument, in welchem ich alle Lebensstationen detailliert festhalte. Für einen Arbeitgeber wandle ich dieses Masterdokument dann ab. Ich streiche überflüssige Punkte raus und passe entsprechend der Stellenausschreibung an. Ich frage mich, was der Bewerbungsprofi von meiner Strategie hält und möchte zudem wissen in welchem Rhythmus ich dieses Masterdokument aktualisieren sollte.

Till bestätigt: „Das ist mit dem Masterdokument ist die richtige Vorgehensweise. Klarer Vorteil: Du musst nicht immer ein neues Dokument erstellen, wenn Du Dich für eine andere Stelle bewirbst. Natürlich solltest Du einen Lebenslauf einreichen, der die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle berücksichtigt. Dennoch kannst Du vieles aus dem allumfassenden Master übernehmen“.

Mein Bewerbungslotse empfiehlt eine CV-Anpassung erst, wenn konkret nach dem Papier gefragt wird.

Till: „In jedem Fall sollten die Unterlagen ein ausreichend aktuelles Bewerbungsfoto schmücken. Liegt die letzte Bewerbung mehrere Jahre zurück, ist ein neue Aufnahme bzw. Businessporträt Pflicht. Dann schnell einen Termin bei einem guten Bewerbungsfotografen zu bekommen, kann zum Problem werden. Vorsorge ist besser als Nachsehen.“.

Das verstehe ich. Ich bleibe bei meinem Ansatz mit dem Masterdokument.

> Durch Einsatz eines Masterdokuments mit allen Lebensstationen geht die Erstellung eines individuell angepassten Lebenslaufs schnell von der Hand.

Lektion 10: Mit drei Profiausdrucken ins Bewerbungsgespräch

Es ist soweit: das Bewerbungsschreiben-Screening war erfolgreich und auch das Kennenlerntelefonat verlief glatt. Die Unternehmensberatung lädt nun zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch ein. Für mich die spannende Frage: meinen Lebenslauf ausdrucken und mitbringen? Den Gesprächspartnern liegen diese Unterlagen doch bereits vor!

Till nickt entschieden: „Ein Ausdruck gehört definitiv zu einer guten Vorbereitung des Jobinterviews. Du benötigst immer ein eigenes Exemplar, falls Dich die Personaler nach konkreten Inhalten befragen. Außerdem gibt Dir das Dokument in Deiner Tasche Sicherheit. Stecke zudem noch zwei bis drei weitere Lebensläufe in Deine Aktentasche. Diese kannst Du bei Bedarf Deinen Gesprächspartnern zur Verfügung stellen. Die Vorsorge zeigt den Anwesenden, dass Du mitgedacht hast und Dich für sie einsetzt.“.

„Für einen Ausdruck solltest Du ausschließlich hochwertiges Papier in schönem Weiß verwenden. Dieses muss nicht unbedingt teuer sein, schließlich erkennen die wenigsten Menschen, welche Herstellermarke hinter einem Papier steckt.“ so mein Bewerbungslotse. Till Tauber favorisiert übrigens ein Papier mit mindestens 90 g/m2 für die Bewerbung und andere offizielle Dokumente. „Immer lieber ein bisschen zu wertig, als zu nachlässig.“ lautet hier sein Hinweis.

Als letzten Punkt unseres CV Checks halte ich fest:

> Das Bewerbungsgespräch bei der Beratung trittst Du mit drei wertigen Druckexemplaren Deines tabellarischen Lebenslaufs an.

Fazit

Ich atme tief ein und wieder aus. Nach dem Style Check mit Nina waren das erneut eine Fülle nützlicher Informationen. Ich werde einige Tage brauchen, bevor ich diese vollständig verdaut habe. Till hat meinen tabellarischen Lebenslauf übrigens ebenfalls einen Check unterzogen. Obwohl ich meinte, bereits einen sehr guten CV zu besitzen, hat der Bewerbungslotse noch etliche Verbesserungen aufspüren können. Nach der Prüfung befindet sich mein Lebenslauf einem ganz anderen Niveau. Sicher keine schlechte Vorbereitung für einen neuen Karriereschritt.

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