Du möchtest Dich als Consultant weiterentwickeln? Statt einem internen Mentor oder Coach suchst Du wertvolle Impulse außerhalb Deiner Beratungsfirma? Deinem Lebenspartner, Ehegatten oder Freund gehen Deine Fragen langsam auf die Nerven? Mit Kunden, Partnern oder gar Wettbewerbern möchtest Du Dich auch nicht austauschen? Eine aus meiner Sicht attraktive Alternative ist die sogenannte Mastermind-Gruppe.


Überblick

Ergebnis: Feedback, Impulse und Motivation zur Erreichung selbst gesteckter Ziele

Teilnehmer: mind. 2

Dauer: 30-60 Minuten mindestens einmal monatlich

Utensilien: Zettel und Stift, Telefon bzw. Notebook mit Videokonferenz Software

Zweck

In einer Mastermind-Gruppe tauschst Du Dich mit gleichgesinnten Mitglieder regelmäßig zu Euren selbstgesteckten Zielen, Herausforderungen und Erfolgen aus.  Seit einigen Jahren erfreuen sich Mastermind-Gruppen – auch Masterminds oder Braintrust genannt – wachsender Beliebtheit. Dabei erfüllt der regelmäßige Austausch innerhalb der Mastermind-Gruppe zwei Funktionen:


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  • Problemlösungs-Knowhow digital und überall abrufbar
  • Über 80 erprobte Methoden und nützliche Vorlagen
  • Kompakt erklärt, einfach verstanden und sofort umsetzbar
  • Monatlich neue Methoden, Vorlagen und Updates

  1. Das Gegenseitiges Fördern und Fordern durch die Teilnehmer hilft, die selbst gesteckten Ziele schneller zu erreichen.
  2. Die Teilnehmer bewahren vor Betriebsblindheit beim Verfolgen der definierten Ziele.

Auch für Consultants bieten Mastermind-Gruppe eine erstklassige Möglichkeit sich fachlich, methodisch und sozial weiterzuentwickeln. So bin ich seit Anfang 2016 Teil einer Gruppe, die sich zwei bis drei Mal im Monat telefonisch austauscht und gemeinsam wächst.

Das Konzept der Mastermind-Gruppen geht auf den US-amerikanischen Schriftsteller Napoleon Hill zurück. Beauftragt durch dem Industriemagnaten Andrew Carnegie, befragte Hill zwischen 1908 und 1928 insgesamt 500 Self-made Millionäre. Im Rahmen seiner Interviews stieß der Autor ebenfalls auf das Prinzip Mastermind und brachte dieses in seinem Buch Denke nach und werde reich* zu Papier. Unter anderem, so Napoleon Hill, sorgt eine Mastermind-Gruppe dafür, dass eine „weitere, nicht sichtbare Kraft geschaffen wird“.


Aufbau

Ein Mastermind ist eine Schar von Gleichgesinnten und voneinander unabhängigen Personen, welche identische (oder zumindest ähnliche) Wertvorstellungen teilen. Unabhängig heißt, das keine Einflussbeziehungen oder gar Wettbewerb zwischen den Teilnehmer bestehen. Dies erlaubt Äußerung und Reflexion in der Gruppe ohne befürchten zu müssen, dass das Gesagte (negative) Konsequenzen auf den professionellen oder den privaten Lebensweg besitzt.

Der personelle Umfang einer Mastermind-Gruppe variiert. So haben einige Teams ein Dutzend und mehr Teilnehmer, andere sind mit 3 bis 4 Personen deutlich kleiner aufgestellt. Bisher war ich in 3er und 4er Gruppen unterwegs und kann diesen Personenumfang sehr empfehlen. Auf die Teilnehmer und ihre Problemstellungen kann so ins Detail eingegangen werden, außerdem ist der Ton in kleinen Teams sehr vertraulich.

Apropos vertraulich: Oberste Maxime im Mastermind ist die Vertraulichkeit. Das heißt das alles, war in der Gruppe besprochen wird, auch in der Gruppe bleibt. Die Regel legt die Basis für Offenheit auch unbequeme Wahrheiten zu äußern und die Bereitschaft sich von den anderen Teilnehmern (teilweise unbequeme) Fragen stellen zu lassen.

Eine Mastermind-Sitzungen findet persönlich, telefonisch oder per Videochat statt. Der große Vorteil für Dich: Egal wo und bei welchem Kunden Du eingesetzt bist, per Telefonkonferenz ist Deine Teilnahme immer möglich. Okay, natürlich immer unter der Voraussetzung, dass Du nicht in Regionen mit einer deutlich abweichenden Zeitzone im Einsatz bist 😉


Anwendung

Auch die Abläufe einer Mastermind-Sitzung unterscheiden sich je nach Gruppe. Letztendlich bist es Du und Deine Teilnehmer selbst, die in Ihren ersten Treffen bestimmen…

  • in welchem Intervall die Sitzungen stattfinden,
  • wie viel Zeit diese in Anspruch nehmen und
  • wie im Detail vorgegangen wird.

Losgelöst von Frequenz, Dauer und Vorgehen gilt: Euer Treffen sollte in jedem Fall ungestört stattfinden. Das erlaubt Dir und den Teilnehmern eine maximale Konzentration auf eure Themen.

Hinsichtlich des genauen Vorgehens gibt es verschiedene Spielarten. Auf zwei – dem ‚Shorty‘ und dem ‚Intense‘ – möchte ich hier genauer eingehen (siehe Webtipp).

  • Zu Beginn einer Shorty-Session erläutert jeder Teilnehmer kurz, was er in den vergangen beiden Wochen erreicht hat. Anschließend diskutiert dann jedes Teammitglied eines ihrer wichtigsten und dringendsten Probleme. Am Schluss formulieren dann die Teilnehmer messbare Ziele, die sie bis zur nächsten Session erfüllen wollen.
  • Eine Alternative zu diesem Kurzformat ist die Fokussierung der Runde auf einen einzigen Mastermind-Teilnehmer. Im Intense-Modus gibt die Gruppe dem Mastermind dann Feedback und nimmt ihm seine Ziele für die nächste Runde ab.

In den von mir begleiteten Mastermind-Gruppen hatte stets jeder Teilnehmer die Möglichkeit mindestens eines seiner aktuellen Herausforderungen anzubringen und die Anderen dazu diskutieren zu lassen. Auf die Minute haben wir nie gestoppt, ob jedem Mastermind die gleiche Rede- und Feedbackzeit zuteil wurden.

Wichtiger als die Einhaltung der offiziell gestellten und kommunizierten Ziele waren uns die Beratungsleistung der Teilnehmer. Schließlich gehe ich im Consulting und Privatleben bereits genügend Commitments gegenüber Kunden, Arbeitgeber und der Familie ein. In meiner Freizeit will ich da nicht noch mehr Versprechen einhalten müssen, sondern lieber Ratschläge für mein Tun erhalten.


Beispiele

Mastermind für Berater

Mit meiner Mastermind-Gruppe treffe ich mich im 14-Tage Rhythmus telefonisch jeweils für 60 Minuten. Meist sprechen wir Abends gegen 21 Uhr, diskutieren dann über Online Business, Blogging und Positionierung als Experte. Auch nach langen Arbeitstagen bzw. auf Dienstreise kann ich diesen Termin fast immer halten. Und das ist wichtig, genießt ein Mastermind-Treffen generell (und für mich) eine sehr hohe Priorität.

Persönlich sehr schätze ich den offenen Ton und das konstruktive Feedback. Die Teilnehmer werfen einen frischen Blick auf meine Fragen, betrachten die Dinge von einem anderen Blickwinkel.


Vor- & Nachteile

Pro

  • Mastermind-Gruppen sind schonungslos offen. Als Teilnehmer werden Dir in den Sitzungen die Ratschläge der anderen regelrecht um die Ohren geschmettert. Jedoch nicht emotional und unbegründet, sondern (fast immer) wertvoll und auf einer sachlich fundierten Ebene.
  • Neben den wertvollen Hinweisen zu Deinen Zielen und Vorhaben erweiterst Du durch ein Mastermind Dein Kontaktnetzwerk. Nicht um blasse Persönlichkeiten, denen Du flüchtig in einem Beratungsprojekt einmal begegnet bist. Im Gegenteil: Du gewinnst Vertraute, mit denen Du Dich regelmäßig und offen ausgetauscht hast, welche Dich und Deine Entwicklung monatelang begleiten durften.

Contra

  • Größte Herausforderung einer Mastermind-Gruppe liegt aus meiner Sicht im Finden der passenden Teilnehmer. Zum Einen sollen diese nicht zu verschieden sein, ähnliche Ziele und Ansichten teilen. Zum Anderen läuft eine zu homogene Gruppe Gefahr wenig kreativ und damit langweilig zu sein.

Praxistipps

  • Tipp 1 - 2-Wochen Rhythmus halten

    Keine Frage – Masterminds per Telefon oder Webkonferenz sind weniger verbindlich als Treffen in denen Du Deine Ziele persönlich an die Mitglieder verkündest. Je größer also Deine räumliche Distanz, je öfter solltest Du eine Sitzung stattfinden lassen. 14-Tage ist da ein guter Richtwert.

  • Tipp 2 - Pfand einsetzen

    Um eine Verbindlichkeit gegenüber den Sitzungen und/oder Zielerreichung aufzubauen, kannst Du Deiner Mastermind-Gruppe vorschlagen, das jedes Mitglied einen Pfand einzahlt. Dies kann beispielsweise ein Geldbetrag sein dessen Verlust dem entsprechenden Teilnehmer schmerzt. Erscheint die Person dann erneut zu einem Treffen zu spät oder erreicht die selbstgesteckten Ziele nicht, ist der Pfand fällig.

  • Tipp 3 - Auf wenige Themen fokussieren

    Eine Mastermind-Gruppe kann und sollte nicht alle Bereiche Deines Lebens abdecken. Schließlich suchst Du Spezialisten, die sich in einer Domäne (z.B. Consulting, Akquisition, Präsentieren) gut auskennen und Dir dort weiterhelfen. Nichts hält Dich ab, in mehreren Gruppen aktiv zu sein.

  • Tipp 4 - Einen Namen vergeben

    Ein eigner Name für die Mastermind-Gruppe hebt nicht nur die Motivation sondern schweisst auch zusammen und fördert den Spaß. Brainstormt einfach in einer Sitzung zu möglichen Namen und trefft am Ende eine Entscheidung.

  • Tipp 5 - Besprochenes verschriftlichen

    Ziele lassen sich besser erreichen, wenn diese schriftlich fixiert werden. Diese Weisheit gilt natürlich auch für die Mastermind-Gruppe. Notiere Deine SMARTen Ziele sowie die Lessons Learned und Erfahrungen und Du wirst mehr von den gemeinsamen Sitzungen haben.


Zusammenfassung

Dank Smartphone und Videokonferenz-Software ist die Mastermind-Gruppe nicht mehr an persönliche Treffen gebunden. Nutze als Berater die Möglichkeit, in Gemeinschaft an Deinen beruflichen und privaten Zielen zu arbeiten, Feedback zu erhalten und motiviert zu werden.

Aus meiner Erfahrung sind Mastermind-Sitzungen deutlich direkter und intensiver als Mitarbeiter- oder Mentorengespräche. Vielleicht ist die Wahrheit unbequem, dafür aber sehr viel wertvoller als die alljährlichen Evaluierungsbögen der Personalabteilung.


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    2 replies to "Die Mastermind-Gruppe – mit Gleichgesinnten wachsen"

    • Sandra

      Toller Artikel, danke für die tollen Informationen.

      Gruß Sandra

      • Christopher Schulz

        Hallo Sandra,
        gerne. Wie im Artikel geschildert, kann ich das Masterminds-Konzept bestens empfehlen. Jede 14 Tage 45min am Abend und Du bekommst eine ehrliche und nützliche Meinung zu Deinen Zielen. Grüße, Christopher

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