Der Business Case zeigt es schwarz auf weiß: das neue IT-System automatisiert viele Schritte der Fachabteilung SG-7B. Zudem wird es die zahlreichen Fehler reduzieren, die bei der manuellen Übertragung von Daten durch die Mitarbeiter immer entstehen. 400 Personentage – so die Berechnung – sollen eingespart werden. Pro Kalenderjahr. Das sind zwei volle Stellen, im Beraterdeutsch Full-Time-Equivalents. Ich denke an die Mitarbeiter von SG-7B. Viele von ihnen haben Familie, versorgen mit ihrem Gehalt Frau und Kinder. Was passiert nun mit diesen internen Kräften?

Distanziere Dich bewusst von Deinen Beratungsaufgaben

Outplacement, Headcount Reduction, Freisetzung.

Auch wenn sie im Deutschland das Adjektiv ’sozial‘ trägt, ist die Marktwirtschaft knallhart. Unternehmen gründen sich, steigen auf, setzen Wettbewerber unter Druck, stagnieren und gehen irgendwann unter. Der Kreislauf der Wirtschaft, ein ewiger Zyklus. Als Berater bist Du Teil dieser Entwicklung, begleitest Kundenunternehmen darin, ihre Defizite auszuräumen, zu wachsen und zu prosperieren.

Gefühle und Emotionen…sind im Consulting fehl am Platz. In der Praxis heißt das:

  • Reduktionsprojekte, Downsizing Initiativen, Entlassungen, etc. gehören zum Wirtschaftsleben. Dort wo Mitarbeiter gehen, werden anderswo Personen eingestellt.
  • Private Probleme, beispielsweise mit dem Partner oder Kollegen, gehören nicht ins Beratungsprojekt, schon gar nicht bei Anwesenheit des Kunden.
  • Die Entscheidung eines Kunden gegen Dich als Berater bezieht sich auf Deine Leistung und ihren Wertbeitrag, nicht auf Dich als Menschen.

Distanziere Dich von Deinem Projekt, den Akteuren und Aufgaben. Dein Klient bezahlt für eine gut geölte Projektmaschinerie, die seine Probleme löst, den berechneten Return on Investment generiert. Emotionen stören da nur, bilden aus der Sicht des Projektmanagements ein Risiko.

Gewinne nach Feierabend, an Wochenenden und im Urlaub Abstand. Entwickle zudem eine geistige Härte. Du bist nicht für die aktuelle Situation des Kunden verantwortlich. Stattdessen hilfst Du ihm, mit den vorliegenden Herausforderungen fertig zu werden und seine Ausgangslage quantitativ und qualitativ sowie rational und emotional zu verbessern.

Es ist schwerer, Gefühle, die man hat, zu verbergen, als solche, die man nicht hat, zu heucheln.
– François VI. Herzog de La Rochefoucauld, französischer Schriftsteller und Moralist

Einzig und allein in einer Situation sind Gefühle erlaubt: bei der Motivation der Teamkollegen, dem Begeistern des Kunden, der Veranlassung der internen Mannschaft zum Mitmachen.

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