Interviewtermin mit Herrn Köhler. Wir besprechen potentielle Verbesserungen eines Funktionslistensystems. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde beginnt Herr Köhler auch schon mit einer Salve von Einzelheiten: „Jede Funktion untergliedert sich in Teilfunktionen. Diese werden durch Komponenten realisiert. Seit letztem Jahr kümmert sich Abteilung EI um die Strukturierung entlang der E-Phasen.“. Ich nicke. Viele der Fachbegriffe sind mir unbekannt. Herr Köhler begreift meine Kopfbewegung als Bestätigung und fährt in hohem Tempo fort. Erneut bombardiert er mich mit Fachsalve. „Die PVs haben die Aufgabe die Hard- und Software der Komponenten in den Releases auf monatlicher Basis bereitzustellen. Was uns definitiv fehlt ist ein FMG, ähnlich dem KMG von PG“. PV? FMG? KMG? Ich verstehe nur Bahnhof. Wieder bestätige ich durch Nicken und unterstütze meine Gestik durch ein anerkennendes „Ich verstehe, Herr Köhler.“.

Strukturiere die Problem- & Lösungswelt Deines Kunden

Kundenunternehmen sind komplex. Geschäftsabläufe, Organisationsstrukturen, Softwaresysteme, Rahmenbedingungen, Zusammenarbeitsmodelle, Entwicklungsmethoden… Schnell verliert man da den Überblick, speziell wenn das Beratungsprojekt noch frisch, die Fachdomäne noch unbekannt ist. Was ist eigentlich was? Wofür stehen die Abkürzungen? Wie hängen die Elemente zusammen? Und überhaupt: was benötige ich eigentlich für die Erledigung der Aufgabe?

Arbeite in den ersten Tagen Deines Engagements eine kleine Arbeitsstruktur aus. Diese hilft Dir, Dich schnell und effizient in die neue Materie einzuarbeiten. Ein erprobter Wirkrahmen sowie typische Elemente sind:

  1. Personenebene: Personen, Rollen, Abteilungen, Projekte,…
  2. Strategieebene: Ziele, Geschäftsmodelle, Markt, Kunden, Kanäle,…
  3. Geschäftsebene: Prozesse, Produkte, Services, Vorgehen, Gesetze…
  4. IT-Ebene: Softwaresysteme, Schnittstellen, Hardware, Endgeräte,..
  5. Informationsebene: Geschäftsobjekte, Daten, Dokumente,…

Sortiere die vom Kunden genannten Begriffe in diese Arbeitsstruktur ein. Bei besonders  verzwickten Konzepten lohnt sich zudem das Anfertigen einer kleinen Kurzbeschreibung. Stelle in einem zweiten Schritt Beziehungen zwischen den Begriffen her. Daher: was hängt wie zusammen?

Tage ohne Struktur sind wie Glatteis auf dem Lebenspfad.
– Raymond Walden, deutscher Kosmopolit, Pazifist und Autor

Wann immer Du mit einem Fachbegriff nichts anfangen kannst, hackst Du nach. Handelt es sich eine Rolle? Steht die Abkürzung für eine interne Produktbezeichnung? Wo genau im Prozess unterstützt das System? Bitte um weiterführende Dokumentation, einen Begriffsglossar oder einen Lesetipp im Web. Die meisten Kundenmitarbeiter sehen es Dir nach, wenn Du höflich und bestimmt um eine kurze Erklärung bittest. Gerade auf Arbeitsebene sind viele interne Kollegen sogar stolz, ihr Fachwissen mit einem Neuling zu teilen.


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