Ich sitze am Schreibtisch und arbeite mit Hochdruck an der Fertigstellung des Projektantrages. Mein Kunde – ein Maschinenbauer aus Mittelfranken – möchte sein Geschäftsmodell weiterentwickeln. Bis heute Abend 18:00 Uhr, so unsere Absprache, benötigt er einen Vorschlag für ein Umsetzungsprojekt. Bereits am Wochenende habe ich etliche Stunden in den Antrag investiert. Viel Gehirnschmalz, Ideen und Leidenschaft sind in das Papier geflossen.

Pünktlich vor Abgabefrist klicke ich auf den Sendeknopf meines E-Mailprogramms. Innerhalb von Sekunden erhalte ich eine Antwort vom Kunden. Offenbar hat er diese auf seinem Smartphone während der Heimfahrt getippt. „Danke. Projekt hat sich verschoben. Besprechen alles weitere morgen Mittag.“. Seufzend klappe ich meinen Laptop zu.


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Eine gesunde Distanz zwischen Berater und Aufgabe

Als Unternehmensberater brauchst Du ein dickes Fell. Regelmäßig entwickeln sich die Dinge anders als ursprünglich geplant. Einige Beispiele:

  • Bis spät in die Nacht sitzt Du an einer Projektpräsentation um diese am nächsten Tag dem Kundenteam vorzustellen. Dieses reagiert jedoch nur gelangweilt auf Deine Impulse, spricht lieber über das Kantinenessen.
  • Seit drei Wochen strampelst Du Dich ab, um den Go-Live Termin für das IT-System am Monatsende halten zu können. Nach dem Lenkungskreis wird das Projekt auf Eis gelegt und alle externen Kräfte inklusive Dir abgezogen.
  • Auf Bitten Deines Chefs erstellst Du in zwei Tagen ein Top-Angebot, legst dazu mehrere Überstunden ein. Der Kunde lehnt die Offerte ab. Zufällig erfährst Du später, dass Dein Chef Euer Angebot nur zur Beziehungspflege schreiben ließ.

Souveränität ist durchlittener Abstand.
–  Hans Arndt, deutscher Schriftsteller

Wahre eine professionelle Distanz zu Deiner Arbeit. Das ist oft leichter gesagt, als in der Praxis getan. Insbesondere wenn Du mit viel Elan, Kampfgeist und Ergebnisorientierung vorangehst. Stelle Dir vor jeder Aufgabe die folgenden beiden Fragen:

  1. Wie groß ist mein Einfluss auf Vorgehen und Ergebnisse?
  2. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Aufgabe in eine andere Richtung entwickelt?

Je geringer Dein Einfluss und sprunghafter die Aufgabenstellung, desto eher solltest Du auf Änderungen gefasst sein. Gehe in kleinen Schritten mit mehreren Zwischenergebnissen vor und nehme Anpassungen im Kurs nicht persönlich. Liegt das Vorhaben hingegen vollständig in Deiner Hand und sind Änderungen äußerst unwahrscheinlich, gehst Du mit Volldampf an die Arbeit.

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