Business Model Generation

Business Model Generation – Pflichtlektüre für Consultants?!

Freitag 27. Juli. Gedanklich bin ich bereits im Sommerurlaub. Das erste Halbjahr war lang und arbeitsreich, die bevorstehenden 14 Tage Auszeit habe ich mir verdient. Doch der Vorhang für diese erste Jahreshälfte ist noch nicht gefallen. Am Mittag steht ein Gespräch mit einem potentiellen Neukunden an. Thema: Optimierung der Geschäftsprozesse. In unserem Gespräch stellt sich jedoch rasch heraus, dass es weniger um die Abläufe als um das grundlegende Firmenfundament – dem Business Modell – geht. Der Klient besitzt hier Coaching-Bedarf, wendet sich mit der Bitte an uns ab Januar für vier Sitzungen bereitzustehen. Das Problem: im Business Model Design besitzen wir nur wenige Projektreferenzen. Unser Material und Erfahrungen sind begrenzt.

Grund genug, mich während der Urlaubstage mit dem Buch Business Model Generation* von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur zu beschäftigen. Im Beitrag stelle ich den Strategie-Klassiker vor.

Was kann ich lernen?

Im Wort ‚Unternehmensberater‘ steckt der Begriff Unternehmen. Jedes Unternehmen besitzt ein Geschäftsmodell, also ein Konzept, wie es Werte für seine Kunden erschafft und bereitstellt. Wie ich Beitrag Business Model Canvas – als Berater Geschäfte modellieren motiviert habe, sollten sich Consultants mit dem Geschäftsmodellen ihrer Kunden und ihres Beratungsunternehmens auseinandersetzen. Zum einen als Positionsbestimmung und Einordnung ihres eigenen Projektbeitrages. Zum anderen um Kunden in diesen Fragen zu unterstützen.

Als Grundlagenliteratur eignet sich dazu das Buch Business Model Generation* von Dr. Alexander Osterwalder und Prof. Dr. Yves Pigneur. Seit 2011 auch in deutscher Sprache erschienen, bietet das Werk einen guten Einstieg in die Themenwelt der Geschäftsmodelle. Herzstück ist das Business Model Canvas, ein Modell welches ein Unternehmen in die vier Bereiche Kunden, Angebot, Infrastruktur und Finanzkraft unterteilt. Ergänzt wird das Canvas (Osterwalder nutzt den männlichen Artikel, d.h. ‚der‘ Canvas) durch einen 5-phasigen Design Prozess, wiederkehrende Geschäftsmodellmuster, praxiserprobte Designtechniken sowie verschiedene Komplementärmethoden.

Wie liest sich das Business Model Generation?

Ich habe den Klassiker Business Model Generation* in englischer Sprache an einem Wochenende mit viel Interesse durchgearbeitet. Hauptsächlich als gezielte Vorbereitung für das Coaching mit dem Kunden. Zum anderen aber auch, weil ich so gefesselt von dem gelungenen Mix aus Praxis und Theorie war. Obwohl es sich um ein Wirtschaftssachbuch handelt, tritt der „Einmal angefangen, nicht wieder weglegen wollen ein“-Effekt auf. Diesen kenne ich normalerweise nur bei der Lektüre spannender Romanen.

Besonders gelungen sind die zahlreichen kleinen Praxisbeispiele die sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Diese sind weder zu anekdotisch ausschweifend formuliert, noch zu knapp und trivial gehalten. Auch passend sind die Visualisierungen und Abbildungen. Diese lockern die gut verständlichen Theorieeinheiten auf und setzen die verschiedenen Elemente in Zusammenhang. Lesern empfehle ich mit Kapitel 1 zu starten und sich dann, je nach Bedarf und Interesse, einem der fünf weiteren Kapiteln zu widmen.

Wer steckt hinter dem Werk?

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Business Model Generation* ist die Gemeinschaftsleistung mehrerer kreativer Köpfe. Allen voran steht der Autor Dr. Alexander Osterwalder, internationaler Sprecher und Geschäftsführer der Strategyzer AG. Seit der initialen Publikation in 2008 ist das das Business Modell Canvas sein Geschäftsmodell geworden. Um das Konzept hat der smarte Schweizer mit seinem Unternehmen ein Ökosystem von Produkten und Dienstleistungen sowohl für Einzelpersonen als auch für Organisationen errichtet.

Co-Autoren sind Yves Pigneur, Professor für Management von Informationssysteme an der Universität Lausanne sowie Tim Clark, Lehrer, Autor und Sprecher im Themenfeld Unternehmertum. Weitere Mitwirkende sind Alan Smith (als Creative Director) sowie Patrick van der Pijl (als Produzent).

Neben dem dreiköpfigen Kernautorenteam wirkten am Buchprojekt 470 weitere Personen. Osterwalder organisierte diese Ko-Kreation, übernahm teilweise das Feedback, die Beispiele und Erfahrungen seiner Unterstützter in die finale Fassung des Buches. Und profitierte ganz nebenbei von der Multiplikatorenfunktion dieser Mitautoren.

Warum sollte gerade ich das Buch lesen?

Ich empfehle das Buch Business Model Generation* allen Consultants, die in fachlichen und geschäftlichen Projekten beraten. Aber auch technisch- bzw. rechtlich-orientierten Beratern tut ein Blick über den eigenen Tellerrand gut. Das Business Model Canvas schafft einen gemeinsame Sprache zwischen den unterschiedlichen Bereichen eines Unternehmens. Diese „Lingua Franca“ der betriebswirtschaftlichen Geschäftsmodellierung als Berater in Grundzügen zu kennen ist von Vorteil.

Übrigens hat sich meine Vorbereitung in Sachen Geschäftsmodelle über die Feiertage für den Kunden und mich gelohnt. Bereits in der ersten Sitzung stellten wir die richtigen Fragen und konnten gemeinsam einen durchdachten Workshop konzipieren.

Business Model Generation* ist 2011 im Campus Verlag erschienen. Das knapp 300-Seite umfassende Werk kostet rund 35 Euro. Eine Investition in Wissen, die sich aus meiner Sicht lohnt.

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