Die Ablehnung einer Anfrage eines Mandanten, Chefs oder Kunden ist wie ein Akt des sozialen Ausgleichs. Was kann passieren, wenn ich als Berater Nein sage? Denkt der Mandant/Chef/Kunde, dass ich es nicht richtig hinbekomme? Verlieren wir den Auftrag?


Wir haben uns den Automatismus Ja zu sagen über Jahre hinweg antrainiert. Genauso gut können wir lernen, wieder Nein zu sagen. Dies braucht Geduld, Übung und vor allem ein wenig Mut. Da wir vor dem „Nein“ und seinen Folgen Angst haben, ist es wichtig, über den eigenen Schatten zu springen.

Zu jedem Ja müssen Berater auch Nein sagen können. Umgekehrt heißt es: Jedes Nein lässt Dich wieder Ja sagen. Wenn Du beispielsweise „Nein“ zu einem weniger guten Mandanten sagst, hast Du Zeit für einen anderen. Wenn Du also Nein sagst, wird es Dir helfen, Dich zu konzentrieren. Außerdem gilt ein „Nein“ nicht für immer.


Positive Ablehnungsmethoden

Heute sind einige Kommunikationstechniken bekannt, die viel schöner sind als ein kurzes „Nein“. Hier sind drei sehr effektive Möglichkeiten Nein-zu-Sagen:

Nenne einen klaren Grund: Ein guter Grund für die Ablehnung garantiert Verständnis. Dabei sei es wichtig, kurz und ehrlich zu sein: „Die Arbeit kann ich nicht annehmen, weil ich ein aktuelles Projekt habe.“

Frage nach den Details: „Kannst Du mir die Unterlagen vorab zusenden?“ und „Ist meine Teilnahme wirklich notwendig?“. Diese Fragen lassen den Counterpart ein zusätzliches Hindernis nehmen. Oft wird deutlich, dass etwas nicht so relevant ist wie ursprünglich beabsichtigt.

Schlage eine Alternative vor: Heute gibt es immer andere Möglichkeiten statt einer direkten Zusage. „Wir können in 4 Wochen einen Termin vereinbaren.“ oder „Vielleicht kann Person XYZ jetzt besser helfen.“ sind zwei Alternativen, die funktionieren könnten.

In der Praxis können diese Methoden nach Bedarf kombiniert werden. Wenn wir unser „Nein“ begründen, wollen wir unsere Ablehnung anderer rechtfertigen und hoffen auf ein wohlwollendes Verständnis unseres „Neins“. So kannst Du eine klare Absage formulieren, ohne in Konfrontation zu geraten. Durch das Training „Nein-zu-Sagen“ lernt man auch wirklich Nein zu sagen. Mit Akzent, ohne Notlügen und vor allem ohne unnötigen Stress.

Gerade wenn wir oft zu allem „Ja“ sagen, werden andere zunächst enttäuscht oder wütend über das „Nein“ sein. Berater sollten sich davon nicht verwirren lassen, sie werden lernen müssen, mit diesen Reaktionen umzugehen. Auch wenn der Anfang schwerfällt, für ein selbstständigeres Leben lohnt es sich, solche Reflexe in Kauf zu nehmen. Hier sind einige Tipps, die Beratern dabei helfen, öfter „Nein“ zu sagen.

Nimm Dir Zeit zum Antworten. Wenn Du Dich überrascht oder unter Druck gesetzt fühlst, kommt ein „Ja“ oft zu schnell. Mit etwas Zeit können Berater besser entscheiden, ob sie wirklich Ja oder Nein sagen wollen. Denke daran, Du hast das Recht, Nein zu sagen. Daher brauchen Berater eine Absage in solchen Fällen nicht rechtfertigen. Das ist eher eine Frage der (missverstandenen) Höflichkeit.


Was ist die wichtigste Kompetenz eines Beraters?

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Keine Ausreden und Notlügen mehr

Wenn Berater unnötige Ausreden und Notlügen verwenden, müssen sie immer Angst haben, beim Lügen erwischt zu werden. Sie müssen sich daran erinnern, was sie als Entschuldigung herangezogen haben. Eine andere Person kann Dich beim nächsten Treffen in einiger Zeit danach fragen. Also: Lieber bei der Wahrheit bleiben und Nein sagen.

Selbstwertgefühl ist der Schlüssel zum Erfolg! Mit einem starken Selbstwertgefühl werden Berater weniger Angst vor der Ablehnung anderer haben. So bauen sie ihre Toleranz gegenüber dem Nein und seinen Folgen auf. Warum sollte ich mich bücken und etwas tun, das mir mehr Frustration als Freude bereitet? Schließlich ist mir mein Wohlergehen genauso wichtig wie das Wohlsein anderer. Niemand hört gerne ein „Nein“, daher ist es völlig normal, mit einem Nein zu enttäuschen. Berater müssen lernen Nein zu sagen, sonst wird das Leben zu einer emotionalen Achterbahnfahrt.

Sprich Klartext. Notlügen sind oft unsympathisch und haben ihren Preis. Mittlerweile ist es zu leicht, sich davon mitreißen zu lassen. Bleibe also fest und ehrlich bei Deinem Nein, nur so kann Reue vermieden werden. Selbst wenn Berater Ja sagen, sind sie egoistisch. Warum? Sie sagen nicht Ja, um einer guten Welt willen wegen, um beispielsweise keinen Streit anzuzetteln oder abgelehnt zu werden. Ihr Ja dient eher dazu, das Entstehen von Disharmonie zu verhindern.

Wer Dir vorwirft, egoistisch zu sein, ist auch egoman. Er stellt seine Anfrage nicht aus reiner Barmherzigkeit, sondern weil es ihm nützt. Seine egoistische Anschuldigung ist ein Manipulationsversuch.

Und zum Schluss noch ein guter Tipp: Berater sollten Geduld haben. „Nein“ ist etwas Unbekanntes, und unser Gehirn ist ein Produkt der Gewohnheit. Je öfter Konsultanten und Berater Nein sagen, desto einfacher wird es. Wenn sich Berater beim Nein sagen schuldig fühlen, sollten sie an Folgendes denken: Sich schuldig zu fühlen bedeutet nicht, falschzuliegen oder ein schlechter Mensch zu sein. Deine Schuld ist nur ein Zeichen dafür, dass Du Dich zu sehr darum kümmerst, was andere denken.


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Über den Autor Chris Ley

Chris LeyChris steht für Ziele erreichen und Hürden überwinden. Ob 250 km Wüstenmarathon laufen, 1.200km den Rhein mit einem SUP Board paddeln, 1 Jahr mit einem 2 Stundenschlaf auskommen oder bei -15°C Grad einen Marathon in Sibirien, nur in Shorts laufen – er hat in zahlreichen Selbstexperimenten sein Wissen und seine Methoden getestet. Als Keynote Speaker und Motivationstrainer hilft er Menschen aus dem Motivationsloch. Für seine Arbeit wurde er u.a. mit dem Coaching Award 2018 ausgezeichnet.

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