Als Wissensarbeiter, Manager oder Projektleiter bzw. deren Berater bist Du mit folgenden Fragen konfrontiert:

  • Wie können wir preiswert Antworten auf unsere Fragen finden?
  • Auf welche Weise können wir uns rasch in ein neues Thema einarbeiten?
  • Mit welchen Fakten lassen sich unsere Behauptungen stützen?

Unterstützung findest Du im Desk Research und dem Verfahren der Sekundärdatenanalyse.


Ergebnis: Gewinn von Erkenntnissen als Antworten auf Fragen bzw. Bestätigung oder Widerlegung von Hypothesen

Teilnehmer: mind. 1 Person

Dauer: ab 15 Minuten

Utensilien: Notebook & Internetanschluss

Zweck

Mit Desk Research

  • baust Du Wissen zu einem neuen Thema (z.B. Branche, Projekt, IT-System) auf,
  • reicherst Du bestehende Aussagen mit Fakten und Quellen an oder
  • belegst oder widerlegst Du Hypothesen für eine Fragestellung.

Im Kern ist Desk Research eine Methode der Marktforschung. Das heißt, Du gewinnst Fakten aus bereits erschlossenen Informationsquellen, ohne Dich buchstäblich vom Schreibtisch wegbewegen zu müssen.

Gerade wenn gute Quellen vorliegen, beispielsweise in Form von ausführlicher Dokumentation oder einer sorgsam gepflegten Expertendatenbank, eignet sich Desk Research sehr gut für einen kostenschonenden und effizienten Erkenntnisgewinn.

Statt eines zeitintensiven Ein-Tages-Workshops, großflächige Interviewserien, einer langwierigen Online-Befragung oder komplizierte Teststellungen, schaltest Du eine zeitlich begrenzte Desk Research Initiative vor. Auf Basis der günstig und rasch gewonnen Information entscheidest Du anschließend, ob Deine Untersuchungen vertieft oder eingestellt werden sollten.

Statt dem englischsprachigen Desk Research werden gelegentlich die Synonyme Schreibtischsuche, Sekundärdatenerhebung oder Arbeitsplatzrecherche genutzt.


Aufbau


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Recherchestartpunkt – „Wofür recherchieren wir Informationen?“

Unterscheide bei Desk Research zwischen zwei Fällen:

  1. Du möchtest eine bestimmte Frage beantworten. Hierzu recherchierst Du in vorhandenen Quellen nach Antworten auf die Frage.
  2. Du möchtest eine spezifische Hypothese bestätigen. Dazu suchst Du in existierenden Quellen nach passenden Fakten, welche die Annahmen stützen bzw. widerlegen.

Eine Hypothese ist eine mögliche – jedoch bislang noch nicht abgesicherte – Antwort auf eine Frage. Umfassende Fragen bzw. Hypothesen solltest Du in handhabbare Teilfragen und Teilhypothesen zerlegen.

Desk Research
Startpunkt von Desk Research ist eine zentrale Frage oder Hypothese

Nimmst Du es streng, dann involviert Desk Research nur vorhandene dokumentierte Daten. Du greifst also auf Fakten zurück, die nicht unmittelbar für die aktuelle Fragestellung oder Annahme erhoben bzw. generiert wurden.

Recherchequellen (eng gefasst) – „Wo suchen wir unmittelbar nach Informationen?“

Potenzielle relevante online und offline Quellen für Deine Sekundärforschung sowohl bei Deiner Beratung als auch beim Kunden sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Austauschplattformen – Business Plattformen, Frage- & Antwortforen, Soziale Netzwerke, Videoportale etc.
  • Berichte – Besprechungsprotokolle, Messenotizen, Vertriebsmitschriften etc.
  • Bücher – Arbeitsbücher, Fachbücher, Praxishandbücher, Ratgeber etc. (besser elektronisch, da schneller durchsuchbar)
  • Expertensysteme – Intranet, elektronische Inventarlisten, IT-Systemregister, Kundenbeziehungsdatenbanken etc.
  • Forschungseinrichtungen – Dissertationen, Masterarbeiten, Publikationen etc.
  • Informationsdienste – Nachrichtenportale, Presseagenturen etc.
  • Kundenunterlagen – Berichte früherer Primär- und Sekundärdatenuntersuchungen, Absatz- und Umsatzstatistiken etc.
  • Marktforschungsinstitute – Studien, Statistiken, Trendanalysen etc. (meist kostenpflichtig)
  • Offizielle Stellen – Wirtschafts- und Interessensverbände, öffentliche Vereine, Patentämter, Standardisierungsgremien etc.
  • Presse – Börsenbriefe, Fachmagazine, (Welt-)Politische Essays, Wirtschaftsartikel etc.
  • Suchportale – Karriereportale, Preisvergleichsseiten, (Meta-)Suchmaschinen, Übernachtungsportale etc.
  • Wissensportalen – interne Erfahrungs- und Wissenssysteme, Fach- & Methodendatenbanken, Finanzportale, Publikationsdatenbanken, Online-Enzyklopädien etc.
  • Unternehmenswebseiten – Branchendienste, Stellenanzeigen, Online-Shops, Wissensblogs, Whitepapers etc.
Desk Research
Ausgewählte Dokumentenquellen im Desk Research

Recherchequellen (weit gefasst) – „Wo suchen wir weiterführend nach Informationen?“

Fasst Du den Begriff Desk Research hingegen etwas weiter, dann involviert die Technik auch neue Daten, die Du einfach und schnell im Office vom Schreibtisch aus erheben kannst. Erneut einige Wissensquellen, über die Du per E-Mail, Telefon oder im persönlichen Gespräch direkt und unkompliziert an neues Wissen gelangst:

  • Ausbildung – Schulkameraden, Kommilitonen und Weiterbildungspartner etc.
  • Beratungsumfeld – Kollegen, Mitarbeiter, Vorgesetzte etc.
  • Familie – Eltern, Geschwister, Kinder etc. 
  • Freunde – Bekannte, Sportpartner, Freizeitbekanntschaften etc.
  • Kunden – Bestandskunden, ehemalige Kunden, Kunden von Kunden etc.
  • Partner – Dienstleister, Hersteller, Projektpartner etc.
Desk Research
Ausgewählte Personenquellen im Desk Research

Deinen Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Jede Quelle, die unmittelbar und effizient Deine Frage beantwortet bzw. Deine Annahme festigt, lohnt sich.

Beachte, dass es sich immer um Kurzanfragen von einigen Minuten handelt. Stundenlange Telefoninterviews, internationale Videokonferenzsitzungen oder die Wissensgenerierung anhand eines eigens entwickelten Prototyps fallen nicht unter die Methode Desk Research.


Anwendung

Das Desk Research führst Du wahlweise allein oder parallel im Team durch. Gehe in beiden Fällen wie folgt vor:

1. Frage & Annahme definieren

Die schwierigste Suche ist die, bei der Du nicht weißt, nach was Du suchen sollst. Fixiere zunächst die zentrale Frage- bzw. Annahme. Was möchtest Du beantworten oder belegen? Meist ist die Eingangsfrage bzw. -annahme noch sehr abstrakt.

Brich diese anschließend in Teilfragen bzw. -annahmen so weit herunter, bis Du diese mit Einzelfakten aus verschiedenen Quellen belegen kannst.

Beim Zerstückeln sind die offenen W-Fragen hilfreich, daher: ‚Wer‘, ‚Wie‘, ‚Was‘, ‚Womit‘, ‚Wie viele‘, ‚Wozu‘.

Frage auch Deinen Kunden bzw. Auftraggeber, was diesem wichtig ist. Gerne kannst Du mehrere Teilfragen und -aussagen zu Gruppen clustern.

2. Suchraum festlegen

Weißt Du was Du finden möchtest, gilt es nun, den Suchraum einzuschränken. Überlege Dir, welche Quellen substanzielle Informationen enthalten, welche auf Deine Teilfragen und -annahmen einzahlen.

Notiere für jede Quelle, welche nach welchen Teilinformationen Du in dieser suchst.

3. Recherchieren & analysieren

Zum Start einer Desk Research Initiative geht Breite vor Tiefe. Beginne Deine Recherche mit günstigen Quellen in der Dir die Suche wenig Aufwand bereitet und die Ergebnisse eindeutig sind. In der Regel werden dies Online-Ressourcen sein. Per Mausklick verschaffst Du Dir nach kurzer Suche einen Überblick.

Setze Dir enge Zeitfenster je Quelle und Teilaspekt. Wenn Du nach fünf Minuten nichts gefunden hast, wechselst Du die Quelle bzw. gehst zur nächsten Teilfrage oder -annahme über. Geschwindigkeit ist der Schlüssel.

Iteriere mehrmals über Deine Quellen und gehe bei jedem Durchgang tiefer in die Details. Halte sowohl die Ergebnisse als auch die Quellen zentral an einer Stelle fest. Jeder Fakt muss sich auf eine Quelle zurückverfolgen lassen.

4. Auswerten & aufbereiten

Eine Desk Research Aufgabe ist erst beendet, wenn Du die Ergebnisse auch zielgruppengerecht ausgewertet und aufbereitet hast.

  • Wer erhält von Dir die zu Tage geförderten Informationen?
  • Welchen Informationsbedarf möchte er als erstes stillen?
  • Was ist ihm persönlich besonders wichtig?
  • Wie verwendet er die Erkenntnisse weiter?

Versetze Dich in die Rolle des Empfängers. Und entwickle daraufhin eine Ergebnispräsentation.


Beispiele

Desk Research für eine Softwareplattform

In einem meiner Projekte hieß unsere Hauptannahme:

„Der Entwicklungsbereich nutzt eine zukunftssichere und wettbewerbsfähige Softwareplattform.“

Die Teilannahmen gestalteten sich wie folgt:

  1. „Am Arbeitsmarkt gibt es ausreichend Programmierer.“ (‚Wer‘)
  2. „Die Softwarearchitektur ist modern.“ (‚Was‘)
  3. „Das Kundenunternehmen kann die Plattform selbst weiterentwickeln.“ (‚Wie‘)

Für jede Teilannahme formulierten wir mehrere Fragen und verankerten diese unter den Gruppen ‚Entwickler‘, ‚Hersteller‘ und ‚Weiterentwicklung‘.

Als Datenquellen zogen wir folgende Web-Ressourcen zu Rate:

  1. Für Teilannahme 1 ‚Arbeitsmarkt‘ nutzten wir das Karriereportal StepStone und zählten dort die Stellenanzeigen für die Plattformtechnologie.
  2. Für Teilannahme 2 ‚Softwarearchitektur‘ recherchierten wir mit Google Trends und dem Google Keyword Planner nach den monatlichen Suchanfragen.
  3. Für Teilannahme 3 ‚Weiterentwicklung‘ zählten wir beim Onlinehändler Amazon die verfügbaren Bücher zur Technologie.

Vor- & Nachteile

Pro

  • Desk Research ermöglicht Dir innerhalb kurzer Zeit stichhaltige Fakten zu Tage zu fördern. Bereits nach einer Stunde Recherche kannst Du eine Aussage erhärten oder eine Frage partiell klären. Ideal für die Einarbeitung in ein neues Thema.
  • Auch ist die Methode sehr preiswert. Neben modernen Kommunikationsmitteln wie Internet, Telefon und einer Standard Office Anwendung schlagen im Regelfall nur Dein zeitlicher Bedarf sowie der Zugriff auf ein Teil der Quellen (Marktstudien, Fachbücher, etc.) zu Buche.
  • Mit einer Desk Research Initiative störst Du keinen im Untersuchungsbereich. Auch bist Du nur bei dir Bereitstellung von Quellen von anderen Personen abhängig.
  • Desk Research bietet große Freiheiten. Du kannst jederzeit mit der Arbeit beginnen, diese unterbrechen oder ganz beenden, dank Internetverbindung von wo immer Du auch möchtest.
  • Die Methode skaliert. Durch das Beauftragen zusätzlicher Recherchekollegen kommt Ihr schneller zum Ziel bzw. zu einem aussagekräftigeren Ergebnis.
  • Die mittels Desk Research gewonnen Informationen erleichtern und beschleunigen Folgeschritte. Der Aufwand für eine sich anschließende Vor-Ort-Erhebung sinkt, im anschließenden Gespräch mit dem Experten kannst Du versierte Fragen stellen.

Contra

  • Wie aus seinem Namen hervorgeht, bist Du bei dieser Methode an (D)einen Schreibtisch gebunden, kannst nicht alle Daten erheben bzw. auswerten.
  • Auch neigen die identifizierten Fakten dazu, rasch zu veralten. Eine brandheiße Nachricht auf dem Online Ticker, ein über Nacht angepasster Wikipedia-Artikel – schon sind Deine mühsam zusammengetragenen Fakten Schnee von gestern.
  • Ein weiteres Problem ist die mangelnde Vergleichbarkeit. Regelmäßig kommt es vor, dass die extrahierten Daten aufgrund Deiner unterschiedlichen Generierungs-/ Erhebungsweisen nicht gegenübergestellt werden können.
  • Bei Desk Research hast Du immer das ‚Nadel im Heuhaufen‘-Problem. Unter der riesigen Menge von online und offline Quellen in angemessener Zeit die richtigen herauszupicken, gleicht oftmals einem Lottospiel.
  • Die Beschaffung von aktuellen, relevanten und fundierten Quellen artetet bei manchen Fragen zur Mammutaufgabe aus. Wäge hier bzgl. den Erhebungsaufwänden und der Informationsgüte ab.

Praxistipps

Tipp 1 – Quantität vor Qualität stellen

Zählbare Fakten sind meist schneller zu finden als qualitative Informationen. Gerade die großen Internetsuchmaschinen liefern Dir fast immer die Gesamtzahl von Treffern. Formuliere Deine Teilfragen- und Aussagen daher so, dass Du diese mit Zahlen beantworten kannst.

Sorge auch für einen Vergleichswert, die sogenannte Basislinie. Falls Dir beispielsweise Google für ein Schlagwort 50.000 Treffer zurückgibt, dann bestimmt Du mit einem ähnlichen Schlagwort, ob dieser Wert nun in Relation hoch oder niedrig zu bewerten ist.

Tipp 2 – Recherche mit Kollegen parallelisieren

Desk Research kannst Du prima gemeinsam mit Kollegen vorantreiben, die Gesamtdauer damit reduzieren bzw. das Suchresultat vergrößern und aufwerten.

Verteilt dazu die Teilfragen und -aussagen untereinander und beginnt dann jeder in den unterschiedlichen Quellen zu stöbern. Jeder Kollege ist damit Experte für ein Teilgebiet. Arbeitet parallel und bringt die Ergebnisse nach jedem Suchdurchlauf wieder zusammen.

Übrigens erreichen multidisziplinäre Teams oft mehr als homogene Arbeitsgruppen. Der fachliche Hintergrund, das Vorwissen sowie die Sichtweisen sind verschieden und komplettieren sich.

Tipp 3 – Das eigene Kontaktnetzwerk anzapfen

Desk Research bietet Dir eine klasse Möglichkeit alte Kontakte aufzufrischen. Aus meiner Erfahrung fühlen sich ehemalige Kollegen, alte Bekannte und vergangene Vereinskameraden fast schon geschmeichelt, wenn Du diese mit einer Expertenanfrage in ihrem Wissensgebiet kontaktierst.

Als Dank für ihren Input kannst Du ein Teil Deiner Rechercheergebnisse zurückgeben. Vorausgesetzt natürlich, Du verletzt keine rechtlichen Bestimmungen Deines Kunden bzw. die Wünsche der Quellen. Mit einer Kontaktaufnahme signalisierst Du immer auch ein professionelles Vorgehen und Forschermentalität.

Tipp 4 – In Suchmaschinen strukturiert recherchieren

Internetsuchmaschinen sind bei Desk Research Segen und Fluch zugleich. Zum einen bieten sie Dir in Bruchteil von Sekunden einen riesigen Faktenfundus, zum anderen sind nur wenige der gelieferten Treffer auch tatsächlich relevant für Deine Frage bzw. Annahme.

Um nicht in den unendlichen Weiten des Webs verloren zu gehen, solltest Du die Auswahl und Menge der Suchbegriffe sowie ihre Kombination eingrenzen. Nutze beispielsweise einen Morphologischen Kasten, um die Suchanfragen zu systematisieren und gegenüber Deinen Auftraggebern transparent zu machen.

Tipp 5 – Gefundene Aussagen doppelt absichern

Ein guter Journalist lässt sich einen gefundenen Fakt immer aus einer zweiten Quelle bestätigen. Agiere bei Deinem Desk Research wie ein Profi-Reporter und validiere die identifizierten Daten. Speziell wenn es sich bei der Primärquelle um eine angestaubte Nachricht, eine undurchsichtige Webseite oder zweifelhaftes Halbwissen eines Bekannten handelt.

  • Prüfe Aktualität, Wahrheitsgehalt und Relevanz der erhobenen Informationen ab.
  • Unterscheide zwischen Fakten, Vermutungen und Meinungen.
  • Stelle fest, ob der Inhalt einer Quelle ein gewünschtes Soll oder das tatsächliche Ist wiedergibt.

Tipp 6 – Offene Punkte transparent machen

Du konntest ein spezifisches Detail nicht untersuchen? Dir fehlt eine Quelle? Dein Analyse-Scope hat eine Lösung nicht berücksichtig?

Liste alle offenen Punkte transparent für den Auftraggeber auf und gebe damit zu verstehen, dass Deine Rechercheergebnisse einen Zwischenstand markieren. Mindestens genauso wichtig wie Antworten und Fakten sind der Nachweis über die Suchaktivitäten. Offenbare offene Flanken. Desk Research ist nie abgeschlossen.

Tipp 7 – Mit Stellvertretern indirekt zum Ziel gelangen

Du findest keine bzw. nur wenige substantiellen Infos zu einer Frage bzw. Annahme? Verwende einen Stellvertreter.

Beispiel: Angenommen Du möchtest herausfinden, ob ein Unternehmen für eine spezifische Technologie Forschung betreibt. In den Suchmaschinen wirst Du vermutlich nichts finden, welche Firma veröffentlicht schon ihre Forschungsagenda. Stattdessen konsultierst Du die offenen Stellenanzeigen. Hier offenbart das Unternehmen, welche Talente (und damit Themen) für seine Strategie wichtig sind.

Tipp 8 – Mit Suchpfaden schneller zum Ziel gelangen

Die angezeigten Informationen in der Suchmaschine sind diffus bzw. nichtssagend. Recherchiere entlang eines Suchpfades.

Beispiel: Angenommen Du möchtest in Erfahrung bringen, ob die technologischen Ansätze eines Unternehmens auf der Höhe der Zeit sind. Wieder findest Du per Suchmaschine wenig bzw. musst viel Recherchezeit investieren. Suche stattdessen in aktuellen Fachbüchern und wissenschaftlichen Publikationen. Recherchiere die Namen der Autoren. Meist arbeiten diese als Wissenschaftler. Die Webseite des Lehrstuhls bzw. der Forschungseinrichtung gibt Auskunft über den aktuellen Stand.

Tipp 9 – Desk Research mit anderen Methoden kombinieren

Desk Research ist eine Analysemethode, mit der Du Fragen beantwortest bzw. Annahmen bestätigst.

  • Sehr gut eignet sich die Methode als Ausgestaltung des Analyseschrittes des QHAR Prinzips.
  • Durchsuchte Dokumente lassen sich gut in einer Dokumentenliste erfassen.
  • Auch sinnvoll ist die Kombination mit der Technik Testkarte. Der Test umfasst ein Desk Research.

Tipp 10 – Rechercheergebnisse visuell aufbereiten

Keiner schaut gerne auf nackte Zahlen oder liest mit Freude ellenlange Texte. Veredle Deine Desk Research Ergebnisse durch geeignete Darstellungen. Einige Anregungen:

Stelle die ansprechenden Darstellungen gemäß dem Pyramiden-Prinzip nach vorne und liefere anschließend die nüchternen Details.

Tipp 11 – Mit Multi-Vektor-Analyse arbeiten

Beackere Dein Desk Research Thema aus mehreren Richtungen heraus – den sogenannten Vektoren. Typische Vektoren:

  • Marktakteure: Kunden, Wettbewerber, Partner
  • Angebot: Service, Produkt
  • Trends: Politik, Wirtschaft, Technologie, Recht, Umwelt
  • Funktionen: Marketing, Vertrieb, Einkauf, Forschung

Spendiere jedem Vektor die gleiche Zeit und Aufmerksamkeit. Lege am Schluss die Erkenntnisse der Multi-Vektoren-Analyse übereinander und erhalte eine 360-Grad-Sicht auf das Thema.

Lesetipp

Berichterstatter und Journalisten sind wahre Meister im Desk Research. Zwecks Vertiefung des Themas empfehle ich Dir das Buch Recherchieren: Klassisch – Online – Crossmedial* des Journalisten Markus Kaiser.


Ursprung

Der Ursprung der Methode ist mir nicht bekannt. Gerne Deine Hinweise per E-Mail an mich.


Bonusmaterial

Jason Richea: Marketing Research – Secondary Research Sources (11 min) – Englischsprachiger Clip zum Desk Research

Christopher Schulz/Consulting-Life.de: Das Besprechungsprotokoll (23 min) – Mitschnitt der Consulting Methodenschmiede mit weiteren Tipps sowie Fragen & Antworten der Teilnehmer

  • David Olson/BAWiki: Document Analysis – Vorgehen und Tipps zum Desk Research als Business Analyst

Letzte Aktualisierung am 2.06.2023 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Zuletzt aktualisiert am 14. März 2023 durch Dr. Christopher Schulz


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    2 replies to "Das Desk Research – einfach & effektiv Erkenntnisse gewinnen"

    • Schulz

      Guten Tag

      ich habe das Buch Methodenkoffer bei Ihnen gekauft.
      In jedem Kapitel erscheint ein Link zu Vorlagen.
      Vor einigen Monaten noch fand ich dazu auch reale PP und Excel-vorlagen.
      Jetzt aber, wo ich wieder auf Vorlagen hoffte, erscheinen diese Links ohne Vorlagen und nur
      Ihr Verkaufsangebot über 75 Euro.
      Ist das richtig analysiert, oder sind die Vorlagen nun versteckt irgendwo unterschwellig zu finden?
      Viele Grüße
      Schulz

      • Dr. Christopher Schulz

        Hallo Herr Schulz,
        danke für Anfragen. Alle 205 frei zugänglichen und werbefreien Tools des Methodenkoffers sind seit Jahresbeginn komplett überarbeitet. Aufgrund Plugin-Wechsels sind die Vorlagen von den Seiten entfernt. Ein Bezug ist nur noch über den Kauf der Consulting Methodenvorlagen möglich.

        Beste Grüße, Christopher

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